Wenn man von einem Koi redet, meint die Fachwelt einen Nishikigoi. Wörtlich aus dem japanischen übersetzt "Brokatkarpfen". Der Nishikigoi ist eine Zuchtform des allgemein bekannten Karpfens. Unter den Nishikigoi gibt es voll beschuppte Varianten und Varianten die dem europäischen Zeil- oder Spiegelkarpfens gleichzusetzen sind. Im japanischen spricht man hier von einer Doitsu-Variante des Nishikigoi.

 


Doch woher kommt der Nishikigoi?


Kurz und knapp: Es gibt bisher keine eindeutige Aussage, woher der Nishikigoi kommt. Es gibt Meinungen, dass der Nishikigoi aus den Regionen um die Donau, dem Kaspischen oder Schwarzen Meer, dem Aralsee oder dem Gebiet der heutigen Volksrepublik China stammen soll. Es gibt aber auch Überlieferungen aus dem 18. Jahrhundert, die von einer Farbmutation in den Reisfeldern in Japan sprechen. Dort sollen Karpfen aufgetaucht sein, die rote Backen hatten. Hierzu muss man wissen, dass die Reisbauern in den Bergen Niigatas immer Karpfen in den Reisfeldern als Nahrungsergänzung gehalten haben.

Diese Mutation entwickelte sich Stück für Stück weiter und so begann die Zucht der Nishikigoi. Im Jahre 1914 wurden mehr als zwei Dutzend Koi zur Taisho Ausstellung nach Tokio gebracht, wo sie den zweiten Preis gewannen. Der Kronprinz Hirohito erhielt davon 7 Koi als Geschenk. Kronprinz Hirohito war von Beruf Biologe. Durch diese Ausstellung kam der Durchbruch in Japan für den Nishikigoi und die Zucht begann zu einem absoluten Wirtschaftszweig in Japan heran zu wachsen.


Wie groß kann ein Koi werden?


Es gilt immer wieder die Aussage, die besagt, dass sich der Fisch dem Gewässer anpasst. Dem möchten wir absolut widersprechen. Es gibt immer wieder Tiere, die einen schier unbändigen Wachstumsschub mit sich bringen aber auch Tiere, die sehr sehr langsam wachsen. Der Nishikigoi ist im Wachstum von folgenden Eckpunkten abhängig:

 

  • Erbgut (wie gut ist die Blutlinie des Tieres)

 

  • Wassertemperatur

 

  • Sauerstoffsättigung des Wasser

 

  • Reinheit des Wasser

 

  • Besatzdichte

 

  • Ernährung


Sicherlich ist zu sagen, dass Varietäten wie die Ogons (z.B. Yamabuki), die Chagoi und Karashigoi sehr schnellwüchsig sind. Hier ist es durchaus keine Seltenheit ein Tier von über 90cm anzutreffen, jedoch sieht es bei den anderen Varietäten schon etwas anders aus. Der Showa, ein wirklich imposanter Nishikigoi und Mitglied der Gosanke Gruppe, wächst z.B. eher langsam, wobei der Kohaku schon schneller wächst. Bei allem Respekt über die anderen Varietäten, aber wer Koi aus der Gosanke Gruppe (Kohaku, Sanke, Showa) sein Eigen nennt und diese noch über 80cm Länge liegen, der hat eine nicht gerade kleine Investitionssumme im Teich schwimmen.


Welche Zuchtformen (Kategorien) gibt es?


Aufgeteilt werden die Koi in mindestens 16 Hauptvarianten und über 100 Unterformen. Die Anzahl der Varianten ist nicht statisch und erweitert sich fortlaufend.


Wir bedanken uns an dieser Stelle beim KLAN e.V. für die Überlassung dieser wirklich wunderschönen Koi-Bilder.