Zunächst einmal sollte man hier ganz klar von der herkömmlichen Gartenteich-Filterung eine Trennung ziehen. Wer Koi hält, der weiß was das bedeutet. Koi ab einer gewissen Größe machen enorm viel Dreck und wer diesen aus seinem System haben will der sollte sich gründlich über die Filterung von Koi-Teichen informieren. Auch hier gilt die alte Weisheit: Frage fünf und Du bekommst sechs Alternativen. Wichtig ist es sich einem anzuvertrauen und das Projekt von vorne bis hinten durchzuspielen. Und zwar immer so gedacht, was in den einzelnen Jahreszeiten alles an einem Teich vorkommt.

 

Gehen wir als Beispiel von einem Teich aus, welcher 30.000 Liter Volumen hat. Wir denken, dass es heute ein wirklich sehr guter Mittelwert ist. Das erste, was man sich bei einem Teich überlegen sollte, ist die Lage des Teiches:

 

  • sonnig

 

  • schattig

 

  • halbschattig

 

Wenn die Teichlage sonnig sein soll, dann empfehlen wir sofort sich Gedanken um eine Abschattung im Sommer zu machen. Ein kristallklarer Teich, welcher komplett in der Sonne liegt, kann den Koi evtl. Probleme bereiten. Eine der sichersten Methoden ist die halbschattige Lage. Sonne und Schatten wechseln sich ab. Es ist hierbei darauf zu achten, dass der Teich ab 12.00 Uhr in der Sonne liegen sollte. Von einem schattig angelegten Teich können wir auf Grund weiterer Unterhaltskosten (Heizung um Temperatur in den Teich zu bekommen) abraten.

 

Wenn man sich über die Lage des Teiches einig ist, dann kommt die Form des Teiches. Ja, es ist schön wenn man einen naturnahen Teich hat und ja, es ist auch verdammt schwierig, dass ein solcher Teich komplett durchströmt wird. Die Gefahr bei solchen Teichen ist immer wieder, dass sich sogenannte tote Stellen im Teich bilden, welche so gut wie überhaupt keine Wasserbewegung haben. An diesen Stellen werden sich immer Schmutzpartikel absetzen, die dann manuell oder mit irgendeinem zusätzlichen Aufwand entfernt werden müssen. Durch sehr moderne Bauweisen kann man heute einen Teich durchaus rechteckig bauen aber den Rand immer noch sehr naturnah aussehen lassen. Ein rechteckiger Teich hat den Vorteil, dass man

 

1. steile Wände bauen kann

 

2. eine optimale Strömung gestalten kann

 

3. ein sehr gutes Volumen / Quadratmeter - Verhältnis bekommt

 

Wenn wir hier von Rechteckig sprechen, dann meinen wir hier das alle Ecken stark abgerundet sind.

 

Nun kommen wir zur Tiefe des Teiches. Der Teich sollte eine Tiefe von 2 Meter besitzen. Wenn wir von einem Rechteck ausgehen, welches 3x4m groß ist und eine Tiefe von 2m hat, dann kommen wir auf einen Teichinhalt von 24m³. Jetzt fehlen noch die angestrebten 6m³. Diese kann man als Flachwasserzone an den Teich anbauen. Als Flachwasserzone eignet sich ein Bereich von ca. 3x3m, mit einer Tiefe von 0,8m.

 

Jetzt hat man eine Vorstellung, wie der Teich aufgebaut sein sollte. Durch die abgerundeten Ecken erreicht man, dass es keine Schmutzecken geben kann und durch einen Flachwasserzonenbereich können sich die Koi auch einmal in aller Ruhe sonnen. Ebenfalls kann man an dieser Stelle auch eine Pflanzeninsel sehr gut anbringen. Die Voraussetzungen sind nun geschaffen und es kann an die Filtertechnik gehen. Bei einem Koi-Teich mit dieser Größe kann man mit zwei Varianten zum Ziel kommen. Diese Varianten unterscheiden sich zwar in der Filtertechnik aber nicht in den Voraussetzungen unter denen sie optimal arbeiten.

 

 

Voraussetzungen für die verschiedenen Filtervarianten

 

  • Es werden zwei Bodenabläufe und ein Schwerkraftskimmer installiert.

 

  • Die Dimensionen der Rohre sind DN110. Eine Verlegung sollte mittels handelsüblicher KG-Rohre geschehen. Die haben den Vorteil, dass die Gummidichtungen flexibel sind und das Rohr (die Verbindung) auch gewisse Drücke besser reagieren kann.

 

  • Bei dem Verlegen vom Teich zur Filterkammer sollte darauf geachtet werden, dass entweder nur 15° oder 30° Bögen eingesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass es strömungsoptimal ist. Der ein oder andere Leser wird denken naja, so ein 90° Bögen macht doch nichts! Aber was ist, wenn ein Rohr z.B. mit einer Spirale durchgereinigt werden muss? Dann könnten gerade die 90° Hindernisse einem das Leben zur Hölle machen. Deshalb lieber ein wenig länger geplant und dafür passgenau.

 

  • Die Rohrenden, welche in der Filterkammer zusammenlaufen, werden mit einem Zugschieber verschlossen.

 

  • Bitte achten Sie darauf, dass Sie entweder von Ihrem Fachhändler empfohlene Zugschieber oder Absperrklappen verwendet werden.

 

Die Voraussetzungen sind nun geschaffen und es geht an die Filtertechniken.

 

 

Variante 1

 

Der Trommelfilter mit einer nachgeschalteten biologischen Stufe und einer Rohrpumpe.

 

Hier scheiden sich die Geister, welchen Trommelfilter man nehmen muss. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen auch keinen, sondern teilen Ihnen mit, was ein Trommelfilter mit sich bringen muss, um für den Einsatz am Teich konzipiert zu sein:

 

  • Material des Trommelfilters kann aus PE, PVC, PP oder Edelstahl sein. Grund: Er ist keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt und kann sich somit nicht verziehen.

 

  • Mindestens muss der Trommelfilter einen Anschluss von DN160 haben. Besser wäre, wenn man wählen kann, welche Einläufe man benötigt. In unserem Fall wären es 3x110mm.

 

  • Das Filtersieb sollte eine Stärke von 50µ haben und leicht zu wechseln sein. Erkundigen Sie sich bitte auch, was ein Ersatzsieb kostet. Die Sprühdüsen machen einen großen Druck und können auf Dauer auch dem Sieb einen Schaden zuführen.

 

  • Die Steuerung des Filters sollte einfach sein. Man muss das Spülintervall (die Dauer des Spülvorganges) einstellen können. Mehr muss die Steuerung nicht können. Außerdem muss die Trommel und die Spülung noch manuell zu bedienen sein.

 

  • Der Ausgang des Trommelfilters sollte so sein, dass man einen Biobehälter anflanschen kann, ohne in eine Durchflussbedrängnis zu kommen. Bei einem Teich mit 30m³ sollte der Durchgang mind. DN160 haben oder 3xDN110 oder 2xDN125.

 

  • Zwischen dem Trommelfilter und der biologischen Kammer werden dann Zugschieber oder Absperrklappen eingebaut, um jederzeit die biologische Einheit zu entleeren, ohne das Wasser aus dem Trommelfilter nachläuft.

 

  • Die biologische Kammer sollte so gut wie keine Ecken haben. Das Filtermedium, wir empfehlen den Hel-X K14 oder K17 in weiß, ist schwimmend. Dieses kann auch einfachste Weise mittels eines EPDM-Belüfterstabs bewegt werden. Es gibt von mehreren Fachhändlern die Aussage, dass es am wirksamsten sei, wenn man ein "schwebendes" Filtermedium verwendet. Einige dieser Fachhändler werben sogar damit, dass es einzigartig sei. Dem können wir nur widersprechen. Aber warum widersprechen wir? Vielmehr muss man sich die Frage stellen, warum überhaupt ein Filtermaterial aus PE-HD schwimmt? Es ist die Tatsache, dass bei der Herstellung von PE (Polyethylen) Öl verwendet wird und Öl schwimmt nun mal auf Wasser. Wenn man jetzt von einem "schwebenden" Filtermedium spricht, dann heißt das nur, dass das Filtermaterial einfach eine andere Dichte hat. Es ist weder einzigartig noch neu. Wer dieses Material verwenden möchte, der kann uns gerne nach der passenden Biofilterkammer fragen. Es kommt hierbei auf die exakte Passform an, damit dieses Material komplett durchströmt wird. Somit würde man auch keine extra Belüftung per EPDM-Belüftungsstab benötigen.

 

  • Die Pumpe sollte in diesem Fall eine Rohrpumpe sein. Es gibt mittlerweile viele Rohrpumpen aus Fernost, doch nichts ist so gut wie eine Linn Rohrpumpe. Die kleinste dieser Pumpen schafft unglaubliche 29m³ Förderleistung pro Stunde bei 150 Watt Verbrauch. Und das Beste an dieser Pumpe ist noch das Sie mit einem Drehzahlsteller für € 55,- komplett zu regeln ist.

 

  • Der Rücklauf sollte in dn 75 gewählt werden. Bitte auch hier die Strömung beachten. Es ist ratsam einen Teil des Rücklaufwassers in die Flachwasserzone und einen in die Tierwasserzone einzuleiten. Bitte auch hier alles mit Zugschieber oder Absperrklappen regeln.

 

  • UVC-Einheit: Diese würden wir separat mit einer extra Pumpe und evtl. einer Ozon-Einmischung verbauen. Wie man so etwas macht, kann man sich in unserer Anlage vor Ort live ansehen.

 

Generelles: Warum empfehlen wir Zugschieber oder Absperrklappen anstatt Kugelhähne? Was die meisten nicht wissen ist die Tatsache, dass z.B. ein Kugelhahn DN63 einen Innendurchmesser von DN50 hat. Das ist bei jeder Größe so. Der Innendurchmesser eines Kugelhahns ist immer eine Nummer kleiner als der jeweilige Anschluss. Dieses hat zur Folge, dass man sich Durchflussbremsen in das System einbaut.

 

 

Variante 2

 

Die Spaltsieb - Beadfilter Kombination.

 

Beim Spaltsieb empfehlen wir immer nur das Ultra Sieve. Die aktuellste Ausbaustufe ist die Version III. Das Ultra Sieve III hat den Vorteil, dass es kompakter gebaut ist als der Vorgänger, standardmäßig Einläufe von 2 mal dn 110 hat. Einen Schwimmer welchen man regeln kann und ein serienmäßiger Pumpenanschluss von 2" AG. Hier die Komponenten für die Variante 2:

 

  • Ultra Sieve III

 

  • 1 KG-T-Stück 45° DN110; 1 KG - Winkel 45° DN110; 3 KG Muffen DN110 / Man kommt mit 3 Rohren à DN110 an aber das Ultra Sieve hat nur 2x DN110 als Anschluss. Aus diesem Grund muss man die beiden Bodenabläufe zusammenführen.

 

  • Red Devil 17 und eine Red Devil 10 • Bead Filter 30 mit Frontverrohrung. Hier ist es wichtig, dass die Frontverrohrung angebracht ist, nur diese Art der Umgehung des altbekannten 6-Wege-Ventils machen es möglich den Bead mit stromsparenden Red Devil Pumpen zu betreiben. Sollte ein Beadfilter gewählt werden, welcher mit einem 6-Wege-Ventil zu betreiben ist, dann muss über den Einsatz von stromfressenden Pumpen aus dem Bereich der Schwimmbadfilterung nachgedacht werden.

 

  • Die Bead-Verrohrung sollte unbedingt in DN63 gemacht werden. Bitte auch hier darauf achten das 1. keine Winkel verbaut werden und 2. am besten mit 45° Bögen gearbeitet wird. Die Zu- und Abläufe des Beads müssen ebenfalls noch mal mit Zugschieber versehen werden.

 

  • Der Rücklauf in den Teich sollte in den Flach- und Tiefzonenbereich des Teiches gehen. Jetzt kommt die zweite Pumpe ins Spiel. Diese wird an das Ultra Sieve III angeflanscht, hierzu verwendet man einen GFK-Druckgang. Diese Pumpe wird nicht über den Bead laufen gelassen, sondern wird so verwendet, dass man das Wasser direkt durch UV und oder Heizer leitet. Dieses hat den Vorteil, dass man 1. genug Strömung bekommt und 2. kann man immer noch eine Ozon-Anlage mit einbauen und diese dann von einem Computer steuern lassen. Als UV-Lampen empfehlen wir für Profis die Delta UV Lampen und für die guten Hobbyisten, die ein perfektes Preis / Leistungsverhältnis haben möchten, die TMC Pro Clear - Lampen.

 

 

Hier haben wir ein paar Bilder von einer Bead-Filter-Anlage gemacht wie sie aktuell in unserer Verkaufsanlage aufgebaut ist:

 

s_1 s_1 s_1
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Das waren 2 Varianten, wie man eine Koi-Teich Filterung aufbaut.